Gedanken des Viadukt e.V. zum Vorschlag „gemeinsame Spielstätte im Opernhaus“ für die Oper und das Schauspiel im Opernhaus

  • Posted on: 23 April 2026
  • By: Johannes
  1. Der Vorschlag konterkariert alle Bemühungen und Erfolge der Stadtgesellschaft, die mit der Bewerbung und der Etablierung von Chemnitz als Kulturhauptstadt Europas verbunden waren und noch sind. 
     
  2. Die Theater Chemnitz haben als ein wesentlicher Akteur mit ihren Aufführungen im vergangenen Jahr den Besuchern gezeigt, dass Chemnitz zu Recht den Titel Kulturhauptstadt Europas errungen hat.
     
  3. Der Vorschlag bedeutet eine drastische Kürzung der kulturellen Angebote der Theater Chemnitz, d. h, weniger Vorstellungen.
     
  4. Der Vorschlag ist ein Eingriff der kommunalen Politik in den Theaterbetrieb zu Lasten von Angebot und  Qualität.
    Damit sind voraussichtlich Kürzungen beim Personal verbunden. Die Theater Chemnitz werden damit sowohl für Künstler  (Schauspieler, Opernsänger, Chorsänger, Regisseure, Tänzer, Choreografen, etc.) als auch für das Publikum weniger attraktiv.
     
  5. Der Vorschlag bedeutet eine Multifunktionsbühne mit Eingriffen in die Aufführungspraxis. Er zwingt zu Kompromissen für beide Sparten. Die intimere Atmosphäre einer Schauspielbühne (Nähe zum Publikum) geht aufgrund der Dimension der Opernbühne verloren. Der Orchestergraben stört. Er kann zwar abgedeckt werden, bietet dort aber keine Möglichkeit für wechselnde Kulissen.
     
  6. Der Vorschlag führt zu Einschränkungen beim Probenbetrieb und zu Mehraufwendungen bei der Vorbereitung von Aufführungen. Es fehlt bisher jegliche Aussage, wie eine kleine Bühne (Ostflügel), Figurentheater und Probenräume integriert werden sollen.
     
  7. Der Vorschlag beinhaltet keine Lösung für die Zukunft des unter Denkmalschutz stehenden Schauspielhaus Zieschestraße.
     
  8. Der Vorschlag bietet keine Lösung für die eventuell anstehende technische Sanierung und Modernisierung der Oper.
     
  9. Das Schauspielhaus Zieschestraße ist eine der 30 Interventions-flächen die im BidBook zur Bewerbung als Kulturhauptstadt Europas. Die Realisierung der 30 Interventionsflächen war ein Versprechen. Es ist die einzige Interventionsfläche die bisher nicht realisiert wurde.
     
  10. Die Zuwendungen aus dem Sondervermögen sind eine einmalige Chance, den Sanierungsstau, sowohl beim Schauspielhaus als auch beim Opernhaus aufzulösen. Deshalb sollte eine größere Summe davon auch dafür eingesetzt werden. Mit normalen Haushaltsmitteln wird das absehbar nicht zu stemmen sein. 
     
  11. Unsere Meinung: Die Mittel sowohl für die dringendst notwendigen Maßnahmen am Schauspielhaus Zieschestraße als auch am Opernhaus verwenden.

    Was das Schauspielhaus betrifft, ist die Vorplanung des Architekturbüros Fellendorf GmbH eine solide Grundlage. Die hier ermittelten Sanierungskosten betragen 34 Mio. Euro, mit Kostenentwicklung 36 Mio. Euro. Für die Sanierung sollen immer noch die ursprünglich geplanten 16 Mio. Euro zur Verfügung stehen, davon 6 Mio. zugesagte Fördermittel und 10 Mio. Euro Eigenmittel der Stadt Chemnitz, so die Antwort von Baubürger-meister Thomas  Kütter bei der Informationsveranstaltung am 26. und 27. Februar in der Stadtwirtschaft. Es wären dafür also nur 20 Mio. Euro für das Schauspielhaus aus dem Sondervermögen bereitzustellen. Zusätzlich weitere 20 Mio. für die Sanierung des Opernhauses.

    Die Stadtverwaltung selbst hatte ursprünglich vorgeschlagen, 56 Mio. Euro des Sondervermögens für Sanierung oder Neubau bereitzustellen. Die Entscheidung zu den Varianten Sanierung oder Neubau soll erst nach der Sommerpause erfolgen. Dabei sollte es bleiben!