Neue Aufgaben für Viadukt e.V.
Das Chemnitzer Viadukt ist erhalten worden! Ertüchtigt dient es seit über einem Jahr dem Eisenbahnverkehr. Es ist ein (großes) Kleinod der Ingenieurbaukunst, über das wir uns jedes Mal freuen, wenn wir dort vorbei kommen. Zudem ist auch das Umfeld recht attraktiv geworden - die mittelschweren Ärgernisse (Zaun, Versiegelung!) wollen wir an dieser Stelle nicht thematisieren. Die Deutsche Bahn muss das Viadukt weiter erhalten und betreiben. Was hat Viadukt e.V. denn jetzt noch zu tun?
Nun, es ist nicht so, dass es rund um das Thema Viadukt nicht noch einiges zu tun gäbe, vor allem um das Viadukt im Bewusstsein der Chemnitzer und ihrer Besucher präsent zu halten. Das wäre eigentlich für eine Freizeitbeschäftigung und einen kleinen Verein Aufgabe genug ...
Seit dem vergangenen Herbst machen wir uns trotzdem Gedanken, was wir mit unseren Erfahrungen, die wir im Kampf um das Viadukt gesammelt haben, noch für Chemnitz tun können. Gefährdete Industriebauten gibt es in unserer Stadt genug. Zum Viadukt-Fest im vergangenen September hatten wir eine kleine Auswahl vorgestellt. Und nach wie vor bleibt unser Interesse an den Zeugnissen der Industrialisierung weiter bestehen. Zeitgleich ist aber das Thema Schauspielhaus, dank der Initiative "C the closed", in der Öffentlichkeit immer stärker und drängender in den Vordergrund getreten. Als die ersten Gerüchte auftauchten, dass die Theater Chemnitz oder die Stadt vielleicht das Interesse am Schauspielhaus am Park der Opfer des Faschismus verloren haben, wurden wir verschiedentlich darauf angesprochen, ob wir uns nicht auch dafür engagieren könnten.
Bei der Frage um den Erhalt des Schauspielhauses bzw. der Frage nach dem Standort für ein Theater treffen wieder die Fragen des Denkmalschutzes und der Stadtentwicklung zusammen. Zusätzlich bestehen Zwänge, die aus dem Theaterbetrieb resultieren, Finanzierungsprobleme etc. pp. Die Summe der Probleme und Fragestellungen, die diskutiert werden, ist nicht kleiner als beim Viadukt und manches kommt einem auch bekannt vor. In der bewährten Zusammenarbeit mit dem Stadtforum haben wir deshalb, begonnen uns mit dem Thema zu beschäftigen. Als erstes Ergebnis, haben wir ein Papier entworfen, in dem in acht Thesen Argumente für den Erhalt des Schauspielhauses am alten Standort vorgestellt wurden.
In der Zwischenzeit hat die Stadtverwaltung und die Theaterleitung nun das Tempo etwas angezogen. In verschiedenen Veranstaltungen wird für einen Neubau auf dem Gelände des Spinnereimaschienenbaus in der Altchemnitzer Straße geworben. Die Einwerbung von Millionen aus der Infrastrukturförderung des Bundes auch für das Theater steht im Raum. Noch besteht die Möglichkeit kritische Fragen zu stellen. Wir haben einen Vorstoß gewagt und einen Brief an den Oberbürgermeister und die Stadtverwaltung geschrieben und um die Antwort auf die drängendsten Fragen gebeten. Diesen offenen Brief haben wir den Fraktionen des Stadtrates zur Kenntnis gegeben und werden auch die Medien davon unterrichten. Wir werden die Fragen und bei Gelegenheit auch eventuelle Antworten an dieser Stelle veröffentlichen.
Weiterhin planen wir, uns auch selbst mit Veranstaltungen an der Diskussion und Meinungsbildung zu beteiligen. Auch darüber werden wir hier berichten. Das Theater ist außerordentlich wichtig für die Stadtgesellschaft und wir würden uns über Interesse an unserer Arbeit und gegebenenfalls Kooperationen mit anderen Initiativen freuen. Nehmt gerne mit uns Kontakt auf!





