Aktuelles

Lichtermeer für das Viadukt am Vorabend des Chemnitzer Friedenstages

  • Posted on: 2 March 2016
  • By: Johannes

Am Samstag feiern die Chemnitzer ihren alljährlichen Friedenstag in Gedenken an die Zerstörung ihrer Stadt durch die vom Naziterror ausgelösten allierten Bombenangriffe. Am 5. März 1945 wurde die Chemnitzer Innenstadt fast vollständig zerstört. Der 5. März 1945 brachte nicht nur unermessliches Leid über die Chemnitzer Bevölkerung, an diesem Tag ging auch eine moderne, lebendige Stadt unter. Ein Bauwerk, welches wie durch ein Wunder das Inferno fast unbeschadet überstand, ist der Chemnitzviadukt. Und so ist dieser Viadukt nicht nur ein bedeutendes Baudenkmal der Industriegeschichte sondern auch ein Mahnmal gegen ideologischen Größenwahn und Kriegszerstörung.

Der 5. März hat für den Viadukt noch eine weitere Bedeutung. Vor genau 115 Jahren am 5. März 1901wurde "der neueste Entwurf über den Chemnitzflussviadukt vorgelegt, mit dem der Rat der Stadt Chemnitz einverstanden sei" - die Geburtsstunde der Brücke. 

Aus diesem Grunde möchten wir am Vorabend dieses historischen Datums gemeinsam mit allen Chemnitzern ein Zeichen setzen. Ein Zeichen für gelebte Demokratie, gegen Zerstörung von Identität und gegen technokratische Stadtgestaltung. Deshalb kommt alle am Freitag, den 4. März um 18 Uhr zum Viadukt und lasst uns gemeinsam Kerzen zum Gedenken und zur Mahnung anzünden. Dieses Denkmal darf nicht den finanzgesteuerten Interessen des DB-Konzerns und der Beton-Bauindustrie zum Opfer fallen! Chemnitz hat schon zu viel Bedeutendes verloren!

Wir sehen uns am Freitag. Am Viadukt. 18 Uhr. Bringt einfach eine Kerze mit und setzt mit uns ein Zeichen!

 

Nachtrag:

Herzlichen Dank an alle, die an der Aktion teilgenommen und uns unterstützt haben. Wir danken auch für die vielen Gespräche an diesem Abend, die uns enorm viel Zustimmung zeigten! Ein schöner, stimmungsvoller Abend mit guter Presse gibt viel Kraft zum weitermachen.

Mehr Bilder von der Aktion finden sich in der Bildergalerie.

 

Statement eines Brückenfachmanns zur Diskussion um das Chemnitzer Viadukt

  • Posted on: 1 March 2016
  • By: Johannes

Man muss dem Stadtforum Chemnitz-Viadukt e. V. dankbar sein für das kämpferische Engagement zum Erhalt einiger historischer Eisenbahnbrücken vor Ort.

Die allenthalben seitens einflussreicher Kreise aggressiv betriebene Zerstörung von erhaltenswerten Stahlbrücken zum Ersatz durch Betonbrücken muss bekämpft werden. Die historischen Stahlbrücken sind oft schon über 100 Jahre in Betrieb und immer noch funktionsfähig, zumindest reparabel. Betonbrücken hingegen sind oft schon nach kaum 35 Jahren irreparabel baufällig. Betonbrücken sind prinzipiell keine Alternative zu Stahlbrücken. Sie sind nicht nachhaltig und wirtschaftlich, von ihrer mangelnden Ästhetik ganz abgesehen. Sie sind volkswirtschaftlich gesehen nicht mehr vertretbar.

Andererseits gibt es ermutigende Beispiele für die erfolgreiche Erhaltung älterer Stahlbrücken zum Beispiel einige Rheinbrücken, allen voran die gigantische Hohenzollernbrücke in Köln. Es gibt auch Beispiele für die erfolgreiche Verhinderung bereits beschlossener Abbrüche von historischen Stahlbrücken. So konnte zum Beispiel schon in den 1980er Jahren die historische „Hackerbrücke“ am Hauptbahnhof in München aus dem Jahre 1890, die zum Abbruch bestimmt war, durch eine Bürgerinitiative gerettet werden. Es wurde eine Untersuchung durchgesetzt und diese ergab, dass keine irreparablen Schäden vorlagen und eine Restaurierung ohne großen Aufwand möglich war. Ein anderes prominentes Beispiel ist die große Eisenbahnbrücke über die Wupper bei Müngsten, die derzeit erfolgreich ertüchtigt wird oder auch die gigantische Hochbrücke bei Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal, die durch erfolgreiche Restaurierung für weitere Jahrzehnte erhalten werden konnte und damit für den Deutschen Brückenbaupreis 2016 nominiert ist.

Dergleichen kann auch in Chemnitz gelingen!

Richard J. Dietrich
Dipl-Ing. Architekt und Ingenieur

BÜRO DIPL. ING. ARCHITEKT RICHARD J. DIETRICH

Der Ingenieur und Architekt Richard J. Dietrich ist ein anerkannter Brückenbau-Fachmann und Autor des Buches "Faszination Brücken".

Ministerin Stange setzt sich für den Viadukt ein

  • Posted on: 1 March 2016
  • By: Johannes

Die sächsische Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst, Dr. Eva-Maria Stange (SPD), hat sich für den Chemnitzer Viadukt eingesetzt. In einer Presseerklärung vom Freitag, 26.2., fordert sie die Deutsche Bahn AG auf, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachzukommen und im Dialog mit der Stadt Chemnitz eine Lösung für den Erhalt und die weitere Nutzung dieses hochrangigen technischen Denkmals zu finden.

„Dieses einzigartige Bauwerk spiegelt wie wenige andere die Attribute der Stadt als ‚sächsisches Manchester‘ und ‚Stadt der Moderne‘ eindrucksvoll wider. Es ist durch seine stadtbildprägende Rolle ein Identitätsfaktor für die Bürgerinnen und Bürger und damit konkrete Industriekultur. Als solches sollte es dringend erhalten werden“, erklärt die Ministerin. Sie ergänzt: „Mehr als andere sächsische Städte steht Chemnitz mit seinem industriekulturellen Erbe für die sächsische Industriekultur. Der Freistaat Sachsen bekennt sich zu seinem industriekulturellen Erbe. Die Pflege und der Erhalt dieses Erbes erfordern Kreativität, Kommunikation und Engagement. Dies zeigen die Chemnitzer Bürgerinnen und Bürger mit ihrem Einsatz für den Erhalt des Viadukts eindrucksvoll.“

„Das industriekulturelle Erbe Sachsens ist die Quelle unserer heutigen Wirtschaftskraft. Ohne kluge, innovative Ingenieure gäbe es keine Mobilität. Das Chemnitzer Eisenbahnviadukt ist eng verbunden mit der Geschichte der Deutschen Bahn“, begründet Ministerin Stange.

Die Presseerklärung der Ministerin zog sofort auch ein überregionales Presseecho nach sich, z.B. in der Welt

Siehe auch Freie Presse, 27.2.2016.

Viadukt-Film von Arisda

  • Posted on: 7 February 2016
  • By: Johannes

Viadukt Chemnitz from ARISDA on Vimeo.

„Wer Zukunft gestalten will, sollte seine Herkunft gut kennen!“
-Vom Sinn & Unsinn einer Deutschen Bahn Denkweise-

Wir kennen sie alle, wir wissen alle um deren Einzigartigkeit, wir haben alle dieses Meisterstück deutscher Ingenieurs- und Baukunst irgendwo in unser Herz geschlossen.
Das Chemnitzer Eisenbahnviadukt an der Annaberger Strasse!
Und fast jeder hat den kurzen Hauch ihres Schattens beim darunter durch fahren oder gar laufen schon einmal erfahren. Oder die Überfahrt in einem Zug erlebt. Hat für eine Sekunde innegehalten und vielleicht Ehrfurcht vor diesem Kleinod in all dem hektischen Trubel und all den neuzeitlichen Bauwerken empfunden.

Und nun?
Und nun, soll ein Stück Chemnitzer Heimat einem „modernen“ Zweckbau weichen, soll wunderschöne stählerne Industriearchitektur der schnöden Oberfläche von grauem Beton Platz machen, soll die Meinung des Bürgers wieder einmal im Winde verwehen.

ARISDA sagt Nein zum Abriss
Und das mit aller Deutlichkeit!

Ein Film von ARISDA
camera / editing: Aris Bibudis
second camera: Jörg Riethausen
animation: Maik Selbmann
aerials: Palmstreetstudios

Weitere Boxen mit Postkarten an den Ministerpräsidenten in der Stadt aufgestellt

  • Posted on: 6 February 2016
  • By: Johannes
Postkarte Viadukt

Unsere Postkartenaktion an den Ministerpräsidenten Stanislav Tillich nimmt Fahrt auf! Nachdem die erste Aktion, die durch Cartell und CityCards gesponsert worden war, ausgelaufen ist, haben wir an verschiedenen Stellen in der Stadt Kästen mit Postkarten aufgestellt. Wer seine Karte nicht selbst frankieren und abschicken möchte, kann sie auch in die Kästen einwerfen und wir übernehmen dann die Weiterleitung an die Staatskanzlei in Dresden. Der Rücklauf der geschriebenen Karten nimmt jetzt täglich zu. Fast jeden Tag leeren wir die aufgestellten Kästen und schicken die Karten an Herrn Tillich. Zur Zeit stehen die Kästen an folgenden Orten:

  • Neue Sächsische Galerie Chemnitz (Moritzstraße 20, Chemnitz)
  • Weltecho Chemnitz (Annaberger Straße 24, Chemnitz)
  • Schloßbergmuseum Chemnitz (Schloßberg 12, Chemnitz)
  • SBS Dekorationen ( Robert-Blum-Str. 21a, Chemnitz)
  • LOKOMOV (Augustusburger Str. 102, Chemnitz)
  • Gartenfachmarkt RICHTER (Weststraße 98, Chemnitz)
  • Umweltzentrum Chemnitz (Henriettenstraße 5, Chemnitz)
  • Industriemuseum Chemnitz (Zwickauer Straße 119, Chemnitz)
  • Mr. Meyers Diner (Zwickauer Straße 128, Chemnitz)
  • Business Village Chemnitz (Beckerstraße 11, Chemnitz)
  • Rabenstein Center (direkt im Center und bei Annaberger Backwaren)
  • Brazil Restaurant, Cafe & Bar (Innere Klosterstraße 10, Chemnitz)
  • Heck Art Chemnitz (Mühlenstraße 2, Chemnitz)
  • Turm-Brauhaus (Richard-Möbius-Straße 2, Chemnitz)
  • Vampiano ( Str. der Nation 12, Chemnitz)
  • Clubkino Sigmar (Zwickauer Str. 425, Chemnitz)
  • Café Milchbart (Ermafa Passage)
  • Voigt Bäcker (Agricolastr. 6, Chemnitz)
  • Das Chemnitzer Kabarett ( An der Markthalle 1-3)
  • Lila Vila e.V. (Kaßbergstraße 22) 
  • Der Friseur (Annaberger Straße 71)
  • Stadtteiltreff Zöllnerstraße (Zöllnerstraße 7)
  • Restaurant Janssen (Schloßstraße 12)

Weitere werden folgen!

Bürger können Einwände gegen den Abriss des Viaduktes vorbringen

  • Posted on: 6 February 2016
  • By: Johannes

Die Bahn hat das Planfeststellungsverfahren zum Abriss des Viaduktes und aller weiteren Denkmalgeschützen Brücken im Chemnitzer Bahnbogen beim Eisenbahnbundesamt (EBA) beantragt. Das Verfahren wurde eröffnet und die Planunterlagen liegen vom 13. Januar bis zum 12 Februar in der Landesdirektion Chemnitz aus. Einwände gegen Abriss und Neubau können bis zum 26.2. bei der Landesdirektion vorgebracht werden. Näheres haben wir auf des Seite zum Planfestellungsverfahren geschrieben. Das ist die einzige Möglichkeit, dass die Stimme der Bürger in dem Planfeststellungsverfahren gehört wird. Machen Sie deshalb von Ihrem Recht Gebrauch und lassen Sie das EBA wissen, was Sie vom Abriss der Denkmalgeschützten Brücken halten! Auf unserer Download-Seite werden wir auch Mustereinwendungen zum Download zur Verfügung stellen. Parallel ist es weiterhin wichtig, dass auf die Politik und Konzernführung der DB Druck gemacht wird, denn der Abriss kann einerseits durch das EBA und andererseits durch entsprechende Intervention der Politik gestoppt werden. In der Stadt Chemnitz stehen an verschiedenen Orten Kästen mit Postkarten an den Ministerpräsidenten Stanislav Tillich. Machen Sie mit, schreiben Sie an unseren Ministerpräsidenten, er freut sich auf Post!

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